|
Aktuell:
Die Finanzierung und Durchführung der Produktion “Paradies” und aller damit zusammenhängenden Projekte. Paradies ist ein europäisch - burkinisches Theaterprojekt, um das Thema Emigration. Uraufführung der afrikanischen Version in Quagadougou, die europäische Fassung wird mit den Darstellern der afrikanischen Version im Winter 2009 - 2010 im Mainfrankentheater Würzbiirg und im Staatstheater Saarbrücken aufgeführt. Beiden Bühnen möchten wir an dieser Stelle für ihr Vertrauen und ihren Mut bei der Teilnahme an diesem künstlerischen Experiment danken. Wir hoffen auf die Teilnahme weiterer deutscher Theater, aber auch anderer europäischer Bühnen an dieser Produktion. Sowohl die afrikanische als auch die europäische Fassung gibt es in zwei Fassungen: Eine für die grosse Bühne und eine weitere für kleinere Theater, Schulen oder Vereine, die aktiv am internationalen Kulturaustausch teilnehmen wollen. Wie auch in Afrika werden in Europa die Aufführungen von Workshops für Kinder und Jugendliche und Diskussionsveranstaltungen begleitet. In Europa werden wir ausserdem mit Lesungen und Ausstellungen das künstlerische Schaffen des Autors, Malers und Schauspieler Max vorstellen.
Mittelfristig:
Wir wollen ein Netzwerk von Veranstaltern, Institutionen und Förderern in Deutschland und Europa schaffen, um diese Künstler in ihrer Heimat zu unterstützen, und ihre Produktionen für den europäischen Kunst- und Kulturmarkt vorzubereiten oder hier zu präsentieren. Dieses Netzwerk soll jedoch nicht nur afrikanischen Künstlern helfen. Der umgekehrte Weg, europäische Kunst / Künstler in Afrika soll genauso beschritten werden, wie der gegenseitige Austausch von Künstlern zwischen Europa und Afrika oder die direkte Zusammenarbeit in Einzelprojekten wie im Augenblick unser aktuelles Projekt Paradies.
Wir wollen künstlerische Produktionen unterstützen, die diesen Dialog fördern, Vor- und Fehlurteile zu beseitigen helfen. Um dieses Ziel zu erreichen werden wir eine Datenbank mit Organisationen, Institutionen und Stiftungen erstellen, die sich diesem Thema widmen, um eine Anlaufstelle für afrikanische und europäische Künstler zu schaffen, die bei ihren Projekten Hilfe brauchen. Wir möchten Hilfestellung leisten bei Fragen der Finanzierung, der Organisation, der Planung und der Selbstdarstellung und Pressearbeit dieser Projekte.
Nicht zuletzt wollen wir ein Diskussionsforum für europäische und afrikanische Künstler schaffen, die in ihren Beiträgen, die Schwierigkeiten und Chancen einer gemeinsamen Arbeit diskutieren, die ihre Erfahrungen mit dem anderen Kontinent, den verschiedenen Arbeitsweisen und Methoden, den verschiedenen Mentalitäten aufzeigen und vieles mehr. Deshalb soll auf dieser Website eine Vielzahl von Texten gesammelt werden, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Diese Aufsätze, Berichte und Analysen werden Sie in Zukunft im Downloadbereich unserer Seite finden.
Der Gedanke eines Netzwerks schliesst auch die Idee mit ein, es durch die Zusammenarbeit europäischen Veranstaltern zu ermöglichen, auch bei knappen Kassen, afrikanische Künstler zu fairen Gagen in Europa zu präsentieren. In Anlehnung an das Fair Trade Siegel für Produkte spielen wir mit dem Gedanken etwas ähnliches im Kunstbereich einzuführen.
Langfristig:
Afrikanische Kunst ist nicht “König der Löwen”, sie ist eine aus Jahrtausende alten Traditionen schöpfende, vielfältige Ausdrucksform menschlicher Ideen, Wünsche, Ängste und Utopien. Die Vielfalt afrikanischer Kulturen und der daraus erwachsenden künstlerischen Ausdrucksweisen in Deutschland und Europa zu präsentieren ist unser Ziel. Wir wollen uns dabei nicht nur auf die üblichen folkloristischen Vorführungen beschränken, sondern das künstlerische Schaffen aktueller moderner afrikanischer Künstler in Europa bekannt machen.
Fakt ist, dass wir alle zu wenig wissen. Z.B. Wir Europäer sprechen immer noch von “dem Afrikaner”, realisieren dabei aber nicht, dass die Vielfalt von Völkern und Nationen auf dem afrikanischen Kontinent eine ebensolche Vielfalt an Kulturen hervorbrachten. Und “diese Afrikaner”? Was wissen Sie von Europa? Trotz Studentenaustauschprogrammen ist der Blick nach Europa immer noch sehr eingegrenzt. Die bunten Bilder der Werbung bestimmen die Sicht der Dinge. Überall in Europa nur Glück und Wohlstand. Es wurden schon viele Anstrengungen gemacht, um den Dialog zwischen den Kulturen zu verbessern, aber die Situation fordert noch mehr. Nicht einzelne Aktionen und Events, sondern eine konzertierte Anstrengung, die dauerhaft und nachhaltig die Diskussion und den Austausch fördert, die Kräfte und Ideen bündelt und beide Seiten als gleichberechtigte Partner betrachtet.
Dass wir uns im Augenblick mit unserer Arbeit auf Afrika und hier besonders auf Burkina Faso und Westafrika spezialisieren, hat ganz pragmatische Gründe: Erstens weil wir gerade dort durch die Erfahrungen und Arbeiten von Barbara Duss enge künstlerische Verbindungen haben und zweitens weil es uns einfach noch an aktiven Mitarbeitern und der nötigen finanziellen Ausstattung fehlt, um unsere Arbeit auszuweiten. In Zukunft soll sich unsere Arbeit aber nicht nur auf Westafrika beschränken. Und sollten wir Mitstreiter finden, die sich auf anderen Kontinenten auskennen, die mit unseren Grundgedanken und Ideen einverstanden sind ... unsere Türen sind weit geöffnet.
Dauerhaft:
Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe. Keinen Rundumservice für Menschen, die nur Nutzniesser sein möchten, sondern Unterstützung für Personen, die etwas verändern, etwas verbessern möchten. Nur wer wirklich aktiv wird, kann von uns unterstützt werden. Wir sind keine Goodwill-Aktion, sondern eine Initiative, die mit einer gehörigen Portion Idealismus und Utopismus, Menschen fördert, die sich künstlerisch weiterentwickeln wollen. Wir wollen damit eine Lücke schliessen, der sich Hilfsorganisationen und staatliche Programme, wenn überhaupt, dann nur am Rande, widmen können.
|