Die Themen der Produktion „Paradies Afrika“
Emigrationserfahrungen, unter diesem Begriff ist ein grosser Teil der ersten Produktion unseres Projektes schnell zusammenzufassen. Welche Auswirkungen hat und welche Risiken birgt die Flucht aus der Heimat für das Individuum. Aber auch die Rolle der Daheimgebliebenen, ihre Situation und ihre Hoffnungen und Ängste sind zentrale Themen dieser Produktion. Woran scheitern die Auswanderer? Ist es nur die feindliche Umwelt? Liegt es auch an den Vorurteilen des Fremden in der Fremde? Sind es Vorurteile der Alteingesessenen, gegen die anzukämpfen unmöglich ist? Oder gibt es noch tiefer gehende, kulturelle Gründe für das Scheitern des Einen und den Erfolg des Anderen? Wie stark sind die Einflüsse der soziokulturellen Prägung der Individuen bei ihrer ganz persönlichen Annäherung mit dem Fremden? Wie wirken sich familiäre Strukturen und deren Verlust auf das Verhalten der Emigranten in Europa aus?
Diese Fragen und Möglichkeiten herauszuarbeiten, sie darzustellen, das ist unser Anliegen. Sie zu beseitigen wird einem Theaterstück nicht möglich sein, das ist immer noch die Aufgabe der Menschen. Aber - und das ist unser Ziel - vielleicht ist es möglich mit diesem Stück und der künstlerischen Zusammenarbeit europäischer und afrikanischer Künstler abseits statistischer Zahlen den einzelnen europäischen Menschen einzelne afrikanische Menschen näherzubringen und umgekehrt. Uns geht es um ein bewusstes Verständnis, um eine bewusste und offene Zusammenarbeit, nicht um Mitleid.
|