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Paradies

Paradies handelt von (Wunsch-)Träumen ... einer maßlosen Hoffnung. Paradies handelt von den Fakten ... einer rücksichtslosen Wirklichkeit.
Paradies ist nur ein Theaterstück, ein Spiel, das aus dem Widerstreit zwischen der eiskalten Realität unserer Gegenwart und der uralten Hoffnung auf eine menschenwürdige Existenz geboren wurde.
Paradies lebt von der Kraft und Intensität der Menschen, deren Leben vom Kampf ums tägliche Überleben geprägt wird.

Paradies ist die Ausgeburt der Fähigkeit trotz aller Schwierigkeiten immer noch lachen zu können.
Zu guter Letzt:
Paradies beruht  auf den Erfahrungen und Gedanken seiner Darsteller, es ist persönlich, es ist intim und es ist von Grund auf ehrlich ... und es ist eine Komödie!
 

Das Stück

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Moussa Sourgou lebte drei Jahre als illegaler Einwanderer in einem westlichen Land, er war getrennt von seiner Familie, seinen Freunden. Er existierte im Dilemma der illegalen Einwanderer, fern der eigenen Kultur, den gewohnten Lebensumständen, war er den negativen Seiten der Fremde hilflos ausgeliefert. Ausbeutung, Vereinsamung und Missbrauch wurden zu seinem Alltag. Für ihn wurde in dieser Zeit die Heimat zu einem fernen Ideal ... beinahe so etwas wie ein Paradies, dessen Tor ihm jedoch verschlossen blieb.
Es sind seine Erfahrungen, sein Erleben des Fremden in einer anderen Welt, die uns die Geschichte diktierten, die wir auf die Bühne brachten. Moussa war im Westen, Moussa kehrte zurück, und seine Erfahrungen trafen auf die Hoffnungen und Phantasien der Daheimgebliebenen. Und sie gaben uns die zweite Ebene des Stückes. Denn eine Existenz in der Heimat, die von Armut und der Sorge um das bloße Überleben diktiert wird, die keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft  birgt, lässt auch die geringste Chance auf ein besseres, ein freieres Leben in einer der westlichen Nationen zu der einzigen Hoffnung werden, die alle Gefahren und Probleme überstrahlt. Die Existenz als illegaler Einwanderer in Europa oder den USA wird zu ihrem ... Paradies.

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In Paradies verschmelzen wir beide Positionen. Das Erleben des Fremden und die Phantasien der Daheimgebliebenen werden zu den untrennbaren Seiten ein und derselben Münze.
Die Bühne wird zum Schmelztiegel von Erfahrungen und Hoffnungen, von Fremde und Heimat. Die Darsteller und Schöpfer des Stückes verweben beide Ebenen zu einem Geflecht aus Gedanken, Bildern und Episoden.
Erzählung, Schauspielerei und Tanz sind die Mittel dieses Stückes, sie nehmen die Themen auf, spielen mit ihnen, variieren sie in einem fortwährenden Bewusstseinstrom, der eindringlicher nicht sein kann. Jede Regung auf der Bühne ist erfüllt von der Kraft, dem Wissen und den Erfahrungen der Darsteller.

Paradies ist ein Spiel voller Humor und tiefer Gefühle. Man schwankt zwischen Witz und Depression, zwischen Groteske und Pathos. Die Figuren sind zerrissen zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Da ist etwa Alain, ein Illegaler in den USA, zwischen zwei Jobs, die kaum seine Miete einbringen, lebt er zusammen mit seinem Zimmernachbarn, dem Alten, und träumt davon nach Afrika zurückzukehren. Seine einzige Verbindung in die Heimat, ist das Telefon, wenn er sich die kostspieligen Gespräche denn leisten kann. Oder Bouba, ein Freund Alains. Er ist in der Heimat geblieben, doch er träumt davon, endlich aus Afrika wegzukommen. Dann gibt es da noch die Frauen: Bintu, Alains Ehefrau, die sich – ohne ihren Mann – in einen ständigen Kampf mit ihrem Nachbarn verwickelt ist. Und Boubas Frau Berti, die zum einen die Launen ihres Mannes ertragen und zum anderen einen Haushalt führen soll, dessen Vorstand – Bouba - nicht einmal genügend Geld hat, um einen Sack Reis zu kaufen, obwohl er tagein, tagaus schuftet. Die einzige Verbindung zur Außenwelt ist das Telefon ... wenn man es sich leisten kann.

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Alles ist eigentlich typisch afrikanisch. Man lebt, man hat Hoffnungen und Wünsche, man arbeitet, aber nichts scheint sich wirklich zu verändern. Man lebt eben ... nicht mehr, nicht weniger. Aber irgendwie muss man doch in dieses Paradies hineinkommen ... wenn man sich nur darüber im klaren wäre, wo dieses Paradies überhaupt ist ... aber bis man das wirklich weiß, bleibt eben alles so, wie es immer war.

 

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