Das Stück – Seine Entstehung
Der Text beruht auf den gesammelten Aussagen von Betroffenen. Afrikaner in Afrika, die von ihren Träumen, Wünschen und Hoffnungen aber auch den Enttäuschungen reden, die sie ins Exil Europa treiben. Bereits im Vorfeld der eigentlichen Arbeit haben Moussa Sourgou, Barbara Duss, Maxim Sawadougou Material gesammelt. Es wurden Interviews in Burkina Faso, Deutschland und New York geführt und aufgezeichnet, Stimmen, Meinungen, jenseits und diesseits des Mittelmeers oder Ozeans eingefangen, um ein eigenes Zeugnis zu dem Thema abzulegen. Diese Materialien werden in der Kreation als Teatrautori / attori verwendet. Kurzum: Das Stück beruht auf faktischen Erlebnissen und nicht auf Zahlen. Das individuelle Schicksal steht im Zentrum und nicht nur die Zahlen. Die Produktion entsteht also auf der Basis von Zeugenaussagen und Beobachtungen.
Teatrautori/ attori
Wie bereits gesagt, liegen der Produktion Aussagen, Erlebnisse und Beobachtungen Betroffener zugrunde. Ein wichtiger Teil des weiteren Produktionsvorganges ist die Improvisation, d. h. in diesem Fall, dass Darsteller und Regiearbeit gemeinsam nach den besten Möglichkeiten suchen, das gesammelte Material in ein künstlerisches Projekt zu wandeln, szenische Bilder und die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten der Bühne wie etwa Tanz, Gestik und Sprache verschmelzen so auf lebendige Weise mit den Fakten, bilden kein statisches Gerüst, an dem sich die Darsteller in klassischer Manier entlang bewegen, sondern bilden eine lebendige Inszenierung, deren poetische Stärke gerade in der Vielfalt der benutzten Möglichkeiten liegt. In Burkina Faso nennt man das eine „creation theatrale“, d.h. jeder am Stück beteiligte Darsteller ist auch bis zu einem gewissen Grad Co-Autor. Natürlich ist dies nicht der einfachste Weg eine Theaterproduktion zu schaffen, aber in unserem Fall ist es der beste. Denn jeder der teilnehmenden Akteure ist auch in seiner Lebenswirklichkeit Teil der Problematik, hat entweder selbst als Emigrant Erfahrungen in der Fremde gesammelt oder träumt(e) vom „Paradies Europa“. Diesen Menschen einen festgefügten Text aufzuzwingen, wäre ein Fehler, würde die Produktion einengen, da ihre Erfahrungen, Ideen und vor allem ihre Mittel und Wege mit dem Thema umzugehen, ein wichtiger Beitrag für die Lebendigkeit und die Aktualität des Stückes sind.
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